Jüngste Kommentare von Markwayne Mullin, dem neu ernannten Minister für innere Sicherheit, sind wieder aufgetaucht und offenbaren seine ausdrückliche Unterstützung für körperliche Züchtigung. Bei einer Veranstaltung mit christlichen politischen Aktivisten im Oktober 2023 sprach Mullin offen über das Verhauen seiner sechs Kinder und beschrieb es als eine normale Praxis in seiner Familie.
Mullin erzählte Anekdoten über die körperliche Disziplinierung seiner Kinder, erklärte, er habe „kein Problem“ mit der Tracht Prügel und erzählte von Fällen, in denen seine Kinder ihn anflehten, damit aufzuhören. Er beschrieb die unmittelbaren Folgen – Kinder krabbelten auf seinen Schoß und suchten Zuneigung, selbst nachdem er geschlagen wurde – und deuteten auf ein Muster emotionaler Manipulation nach körperlicher Disziplin hin.
Die Wissenschaft ist klar: Körperliche Bestrafung schadet Kindern
Während Mullins Aussagen in bestimmten konservativen Elternkreisen Anklang finden mögen, haben jahrzehntelange Forschungen eindeutig die negativen Folgen körperlicher Züchtigung nachgewiesen. Experten für kindliche Entwicklung warnen davor, dass das Schlagen von Kindern nicht nur wirkungslos ist, sondern auch ihrer langfristigen geistigen und emotionalen Gesundheit schadet.
Jessica Scher Lisa, eine klinische Psychologin, erklärt: „Spanking kann das Verhalten vorübergehend stoppen, aber es ist mit Aggression, Angstzuständen, Depressionen und geschwächten Eltern-Kind-Beziehungen verbunden. Es lehrt Kinder, dass körperliche Gewalt eher eine akzeptable Reaktion auf Frustration als emotionale Regulierung ist.“
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) veröffentlichte im August einen Bericht, der diese Ergebnisse untermauerte. WHO-Direktor Etienne Krug erklärte: „Es gibt überwältigende Beweise dafür, dass körperliche Züchtigung zahlreiche Risiken für die Gesundheit von Kindern birgt … sie bietet keinen Nutzen und muss beendet werden.“
Gehirnentwicklung und Gewaltzyklen
Untersuchungen deuten darauf hin, dass körperliche Bestrafung ähnliche neurologische Auswirkungen haben kann wie Missbrauch und eine Bedrohungsreaktion im Gehirn von Kindern auslösen kann. Fiona Yassin, eine Familienpsychotherapeutin, stellt fest, dass Kinder, die in jungen Jahren körperliche Disziplin erfahren, später im Leben häufiger unter psychischen Problemen und Verhaltensproblemen leiden.
Dieses Muster ist nicht neu; Studien aus den 1980er Jahren haben den Schaden dokumentiert, der durch das Schlagen von Kindern verursacht wird. Dennoch fördern autoritäre Erziehungsstile dies weiterhin und werden oft durch generationsübergreifende Traumata normalisiert. Mullin selbst erwähnte, dass er „durch die Angst vor einem Gürtel“ erzogen wurde, was einen Kreislauf impliziert, den er fortsetzt.
Warum prahlen Eltern mit körperlicher Disziplin?
Experten gehen davon aus, dass eine offene Diskussion über körperliche Züchtigung für Eltern eine Möglichkeit sein kann, Autorität, Kontrolle oder die Einhaltung traditioneller Disziplinarmethoden zu signalisieren. John Puls, ein lizenzierter klinischer Sozialarbeiter, stellt fest, dass einige Eltern es als „Ehrenabzeichen“ tragen und moderne Erziehungstechniken ablehnen.
Scher Lisa fügt hinzu, dass viele Eltern selbst mit körperlicher Bestrafung aufgewachsen sind und diese als wirksame Form der Disziplinierung betrachten. Die Normalisierung von Gewalt in Familien kann dazu führen, dass man stolz auf die Anwendung körperlicher Gewalt ist, anstatt den Schaden anzuerkennen.
Den Kreislauf durchbrechen
Die langfristigen Folgen körperlicher Züchtigung gehen über das einzelne Kind hinaus und wirken sich auf künftige Generationen aus. Experten betonen, wie wichtig es ist, eine gesunde emotionale Regulierung zu fördern und den Teufelskreis der Gewalt zu durchbrechen. Scher Lisa kommt zu dem Schluss: „Kinder lernen, indem sie uns beobachten. Wenn wir wollen, dass sie mit Frustrationen umgehen, Worte gebrauchen und ihr Verhalten regulieren, müssen wir ihnen das vorleben.“
Dies erfordert von den Eltern bewusste Anstrengungen, über ihre eigene Erziehung nachzudenken und alternative Disziplinarmethoden zu wählen. Die Vermeidung körperlicher Schäden ist nicht nur für Kinder von Vorteil, sondern auch entscheidend für die Schaffung einer sichereren und förderlicheren Umgebung für künftige Generationen.
