Arbeitssuchende der Generation Z: Bei über der Hälfte sind die Eltern bei Vorstellungsgesprächen anwesend

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Laut einer aktuellen Umfrage von Resume Templates lassen sich mehr als die Hälfte der Arbeitssuchenden der Generation Z – 51 % – jetzt von ihren Eltern zu Vorstellungsgesprächen begleiten. Der Trend unterstreicht ein umfassenderes Muster intensiver elterlicher Beteiligung an der Karriere junger Erwachsener und wirft Fragen zu Bereitschaft, Ängsten und sich verändernden Erwartungen auf dem modernen Arbeitsmarkt auf.

Das Ausmaß der elterlichen Einmischung

Die Umfrage unter 1.000 Arbeitnehmern der Generation Z (im Alter von 18 bis 23 Jahren) zeigt, dass die Beteiligung der Eltern weit über die bloße Beratung hinausgeht.

  • 75 % der jüngsten Absolventen geben an, dass ihre Eltern in ihrem Namen Bewerbungen einreichen.
  • 65 % geben an, dass ihre Eltern sogar Kandidatentests für sie absolviert haben.
  • Zwei Drittel der erwerbstätigen Arbeitnehmer der Generation Z geben zu, dass ihre Eltern Kontakt zu Vorgesetzten aufgenommen haben, um Terminplanung, Beförderungen oder Unterbringung am Arbeitsplatz zu besprechen.

Junge Männer erhalten mit größerer Wahrscheinlichkeit dieses Maß an Unterstützung: 70 % geben an, dass ihre Eltern ihnen bei der Antragsstellung behilflich sind, im Vergleich zu 59 % der jungen Frauen.

Warum passiert das?

Laut einer separaten Elternbefragung gaben 71 % an, dass ihre erwachsenen Kinder ihre Hilfe ersucht hätten. Zu den genannten Gründen zählen Ängste bei der Jobsuche, Unerfahrenheit und die Wettbewerbsfähigkeit des aktuellen Arbeitsmarktes.

Die Berufsstrategin Julia Toothacre weist darauf hin, dass Hochschulen häufig Fähigkeiten zur Berufsreife vernachlässigen und Karrieredienste an Hochschulen von Studenten zu Beginn ihrer akademischen Laufbahn nicht ausreichend genutzt werden. In dieser Lücke springen oft Eltern ein, um Unterstützung zu leisten.

Toothacre warnt jedoch davor, dass viele Eltern die Grenze zwischen Hilfe und übermäßigem Engagement überschreiten. Während die Überprüfung des Lebenslaufs und das Feedback zur Bewerbung akzeptabel sind, ist die vollständige Übernahme des Prozesses nicht akzeptabel.

Die Risiken übermäßiger Kindererziehung

Untersuchungen deuten darauf hin, dass eine übermäßige Einbindung der Eltern die berufliche Entwicklung junger Erwachsener behindern kann. Eine übermäßige Abhängigkeit von der elterlichen Unterstützung kann ihre Fähigkeit, sich selbstständig auf dem Arbeitsmarkt zurechtzufinden, beeinträchtigen und möglicherweise ihre langfristige berufliche Entwicklung beeinträchtigen.

Dieser Trend verdeutlicht eine wachsende Spannung zwischen dem Wunsch, junge Erwachsene vor Not zu schützen, und der Notwendigkeit, dass sie Eigenständigkeit entwickeln.

Die zunehmende Präsenz von Eltern in Vorstellungsgesprächen kann ein Zeichen für umfassendere kulturelle Veränderungen sein: erhöhte Ängste bei der Generation Z, ein wettbewerbsintensiverer Arbeitsmarkt und sich verändernde Erwartungen an die Rolle der Eltern.